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Die Herbergen haben sich bereit erklärt, Pilger unter einfachen Bedingungen für eine Nacht aufzunehmen und dafür eine freiwillige Spende entgegenzunehmen. Es kann jedoch zu der Situation kommen, dass eine Herberge nicht in der Lage ist, Pilger aufzunehmen. So führt beispielsweise eine Kirchgemeinde in den angebotenen Räumlichkeiten manchmal Veranstaltungen durch, Gästehäuser haben einen festen Belegungsplan und Ansprechpersonen stellen ihre Zeit ehrenamtlich zur Verfügung. Ist die Übernachtung aus eben solchen Gründen nicht möglich, kann dennoch gelassen reagiert werden, denn es stehen genügend Ausweichquartiere zur Verfügung. Ein Weiterverweis in mündlicher oder schriftlicher Form (Bsp.: durch ein Schild im Fenster) bringt den Pilger auf kürzestem Weg zum nächsten Quartier.
Viele Herbergen nehmen spontan Pilger auf, manche bitten dringend um eine telefonische Anmeldung. Dies ist jeweils bei den Herbergsadressen vermerkt. Gruppen ab fünf Personen melden sich immer mindestens drei Tage vorher an. Diese Regelung kommt der Gruppe ebenfalls zu Gute, da dadurch ein eventuelles Weiterverweisen von Herberge zu Herberge für alle Beteiligten vermieden wird. Nachfolgend sind nun einige Hilfen zur Nutzung der Herbergen aufgeführt:

1. Die "Herbergseltern"...
... sind die Ansprechpersonen, die den Pilger einlassen, ihm alle Gegebenheiten zeigen und ihm einen Stempel in seinen Pilgerausweis geben. Den Herbergseltern sollte Dankbarkeit in all ihrer kreativen Ausdrucksweise erwiesen werden.

2. Der Pilgerausweis...
... ist die notwendige Voraussetzung, um in die Herbergen zu gelangen. Er ist überall dort zu erhalten, wo auch die Pilgerführer zu beziehen sind. Im Pilgerausweis werden die Stempel der in Anspruch genommenen Herbergen gesammelt. Letztlich sind sie in Santiago de Compostela der Nachweis für die tatsächlich gegangene Strecke.

3. Die Spende...
...soll Zeichen der Dankbarkeit für die erbotene Gastfreundschaft sein. Sie sollte durchschnittlich 5 Euro betragen, darf durchaus mehr sein. In kommerziellen Gästebetrieben wird ein fester Preis erhoben (mit Rabatt zum Normalpreis). Dafür findet sich in solchen Gästehäusern ein anderer Standart als in den einfachen Herbergen.

4. Die Ausstattung...
... ist meist schlicht und einfach. Die Herbergen stellen grundsätzlich Matratzen, sanitäre Anlagen und eine Waschgelegenheit zur Verfügung . Jeder Pilger benötigt seinen eigenen Schlafsack und seine eigene Isomatte. Die saubere Isomatte ist unter hygienischem Aspekt auf die Matratze zu legen, was wechselnde Bettbezüge überflüssig macht.
Jede/r schläft in seinem Schlafsack.
Was über die Grundausstattung hinaus geht (Küche, Bad, Raum der Stille ... ) steht in der Gestaltungsfreiheit der Herbergseltern. Viel geschieht über Absprachen und Vereinbarungen zwischen ihnen und dem Pilger. Das Gespräch ist auch zu suchen, wenn Gegenstände oder Räume zu schaden gekommen sind. Die Herberge ist selbstverständlich so zu verlassen, wie sie vorgefunden wurde oder besser. Vor allem Gemeindeküchen sind darauf angewiesen, da sie in vielfacher Nutzung stehen. Die Kirchgemeinden wollen den Pilger nicht als Last sehen, sondern als wertvollen Gast.
herbergswesen
Infos für die Herbergseltern im Forum